Drehbuecher
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ANKUNFT  IN  BERLIN: Folge 2492

 

Endlich kam unser Bus in Berlin an. Die Türen gehen auf und ich steige mit den Händen in der Tasche aus. Ich trage eine dunkelbraune Wildlederjacke und gelbweiße Turnschuhe. Ich schaue mich ein wenig unsicher um. Nach einer Weile kommt Svenja nach und springt mich an. Sie trägt auf beiden Seiten Zöpfe und eine weiße Wollmütze. Ich scheine aber ein wenig teilnahmslos zu sein.

Svenja: "ANGEKOMMEN!", ruft Svenja, während sie mich von hinten anspringt.

Wir gehen zu der Luke, wo unser Gepäck verstaut ist und holen unsere Taschen heraus. Svenja zuerst. Ich hole meinen Rucksaack mit dem Schlafsack heraus und hänge ihn mir um die Schulter. In der einen Hand nehme ich meinen Ghettoblaster. Zum Schluß hole ich noch eine rote Tasche. Während Svenja etwas an ihrer Tasche fummelt, schaue ich mich etwas unsicher um.

Ich: "Los Svenja, laß uns weitergehen! Da vorne kommt´n Bulle!"
Svenja: "Bleib mal locker! Die werden schon keine Großfahndung nach uns eingeleitet haben!"
Ich: "Woher willst Du das wissen? Komm jetzt!", dränge ich sie.

In dem Moment geht der Polizist an uns vorbei.

Ich: "Oaaah, Schwein gehabt!", atme ich erleichtert auf.

Svenja schultert ebenfalls ihren Rucksack.

Svenja: "Du glaubst doch nicht wirklich ernsthaft, daß jeder Berliner Bulle schon´n Foto von uns hat?"
Ich: "Sicher ist sicher!"

Svenja atmet genervt aus und geht vor. Ich komme nach.

Ich: "Warst Du eigentlich schonmal in Berlin?"
Svenja: "Ja, einmal! Aber, nur kurz! Im Urlaub...........

( Den letzten Satz von Svenja habe ich leider nicht verstanden! )

Dann legt sie ihren Arm um meine Hüfte.

Svenja: "Und, ich hab auch nicht vor, dieses Mal länger zu bleiben! Sobald wir die Kohle haben, hauen wir ab!"

Svenja zwinkert mir zu. Ich nicke ihr zu.

Svenja: "Oah, ich kann´s kaum erwarten! Glaub mir, Thailand wird einfach der Hammer!"

Svenja löst sich von mir, geht wieder vor und ich komme nach.

 

Gemeinsam gehen wir auf gleicher Höhe. Ich schultere nochmal die rote Tasche. Ich bin ziemlich genervt.

Svenja: "Packst Du´s noch?"
Ich: "Ja, ja!", sagte ich genervt. Gib her!"

Dann reißt sie mir einfach die rote Tasche aus der Hand und geht wieder vor.

Ich: "Was soll das? Ich sagte, es GEHT!"

Svenja bleibt stehen, dreht sich um und schaut mich mit ihrem süßesten Lächeln an.

Svenja: "Nicht beleidigt sein, Süßi!"

Dann kommt sie zu mir uns gibt mir einen Kuß auf die Wange. Genervt drehe ich mich weg.

Svenja: "Für MICH ist das kein Problem!"
Ich: "Ich HASSE es, wenn Du mich Süßi nennst!"

Wieder bleibt sie stehen und grinst mich übertrieben an.

Svenja: "Kommt nicht wieder vor, Schnuckelchen! Versprochen!"

Dann wirft sie mir einen Luftkuß zu und geht weiter vor. Wir kommen an eine Treppe und gehen dort hoch.

Auf halber Höhe hören wir einen Typen, der Gitarre spielt. Ich bin ganz fasziniert von ihm und bleibe stehen. Svenja, die schon fast oben ist, bleibt stehen und ruft genervt:

Svenja: "Wird das heute nochmal was?"
Ich: "Ja, gleich!"

Als der Typ fertig ist, klatsche ich und lobe ihn.

Ich: "Cool, echt cool!"
Typ: "Dann laß mal was fallen, Kumpel!"

Ich krame ein paar Cents aus meiner Hosentasche und schlucke.

Ich: "Spielst Du schon länger?"
Typ: "Mhm, schon´ne Weile!"
Ich: "Hab leider gar nicht so viel!"
Typ: "Ist schon in Ordnung!"

Entrüstet kommt Svenja die Treppen runtergelaufen:

Svenja: "MUSSTE das sein? Wir haben eh kaum Kohle!"
Ich: "Reg Dich ab!"

Svenja atmet genervt aus.

Ich: "Bist Du eigentlich öfters hier?
Svenja: "Jetzt KOMM! Oder hast Du schon vergessen, warum wir hier sind?"
Ich: "Ist ja gut!"

Genervt schüttele ich meinen Kopf.

Ich: "Sorry, aber, meine Freundin hat´n ganz miesen Tag!"

Svenja dreht sich wütend weg und geht wieder schnellen Schrittes die Treppe hoch.

Ich: "Normalerweise ist sie ganz nett! Schönen Tag noch!"

Dann wende ich mich ab und gehe Svenja hinterher.

 

Ich sitze im "Daniels" an der Theke. Daniel stellt 2 Cola auf den Tresen.

Daniel: "So bitte schön!"
Ich: "Danke schön!"

Ich trinke einen Schluck Cola. Als Svenja reinkommt, drehe ich mich rum, stütze locker meinen Arm auf die Theke und frage:

Ich: "Und?"

Svenja setzt sich zu mir und faltet ihre Hände.

Svenja: "Nichts UND! Ich erreich den Kerl einfach nicht!"
Ich: "Und, wo sollen wir dann heute übernachten? Ich dachte, das mit Deinem Kumpel wär geklärt!"
Svenja: "War´s auch! Keine Ahnung, wo der sich rumtreibt! Ich probier´s später nochmal!"

Ein wenig ratlos schaut Svenja kurz zur Seite.

Ich: "Unter der Brücke pennen, muß ECHT nicht sein!"
Svenja: "Jetzt schieb keine Panik! Das KLAPPT schon!"

Ich wende mich kurz mit dem Oberkörper wieder der Theke zu.

Svenja: "Und, wenn nicht, dann PENNEN wir eben in irgend´nem Park. Ist doch kein Ding!"

Ich atme hörbar aus.

Svenja: "IST was?", fragt sie genervt.

Ich schüttele eine ganze Weile genervt leicht mit dem Kopf und strecke einmal kurz die Zunge raus.

Ich: "Ich weiß einfach nicht, ob das alles so funktioniert, ( Ich schaue Svenja kurz an ) wie wir uns das gedacht haben! Von Zuhause abhauen, Kohle abkassieren und ab nach Thailand!"

Ich schlucke und schüttele immer noch ungläubig mit dem Kopf. Wieder strecke ich kurz meine Zunge raus.

Svenja: "Genau das war der Plan!"
Ich: "Trotzdem hab ich´n mieses Gefühl dabei!"
Svenja: "Jetzt mach nicht schlapp!"

Ich starre gedankenverloren ins Leere.
Svenja springt vom Hocker und legt ihren Arm um mich. Während Svenja mir von Thailand vorschwärmt, schaue ich weiter nachdenklich geradeaus.

Svenja: "Das wird der ABSOLUTE Hammer! Wir beide allein in Thailand. An einem weißen Traumstrand. Über uns nur der blaue Himmel. Wir schlürfen Kokosmilch und alle anderen können uns mal!"

Als sie das sagt, muß ich kurz lächeln und kurz ausatmen.

Svenja: "Oder bist Du plötzlich allergisch gegen Kokosmilch?"

Ich schüttele leicht den Kopf, strecke wieder die Zunge raus und wende mich Svenja auch jetzt auch mit meinem Oberkörper zu.

Ich: "Ohne Kohle kommen wir nichtmal bis zum Flughafen! Geschweige denn, nach Thailand!"
Svenja: "Mach Dir keinen Kopf! Das klappt schon!"
Ich: "Wieso bist Du Dir da so sicher? Der Typ wird über mein Auftauchen nicht gerade begeistert sein!"
Svenja: "Wenn Du dem Kerl sagst, was Sache ist, dann rückt er die Knete schon raus. Das ist er Dir einfach schuldig!"

 

 


Mittlerweile hat Svenja ein Telefonbuch geholt und sucht die Nummer von Clemens heraus. Ich schaue sie skeptisch an, während sie die Namen durchgeht.

Svenja: "Jetzt streß Dich nicht! Das ist alles überhaupt gar kein Problem. Ein Anruf, ( dabei blättert sie forsch die Seite um ) ein kurzer Besuch, Kohle abstauben und ab in den Flieger!"

Ich strecke wieder kurz die Zunge raus und schaue aufs Telefonbuch.

Ich: "Erstmal mußt Du die richtige Nummer finden. Vielleicht steht er ja gar nicht drin!"
Svenja: "Laß DAS mal meine Sorge sein!"

Plötzlich schaut sie auf und sieht mich an. Offenbar hat sie was gefunden.

Svenja: "Sag ich´s doch!"

Ich fahre mir durchs Haar.

Svenja: "Es gibt nur einen, der in Frage kommt! Schwein gehabt!" ( Dabei sieht sie mich genau an! )

Svenja nimmt einen Stift und schreibt Adresse und Telefonnummer auf.

Svenja: "Und, alles dabei! Am Wiesengrund 54, in 12 7 10 Berlin. Zu erreichen unter 8 nhn...."

Die Telefonnummer sagt sie nicht laut, sondern stammelt sie für sich. Dann macht sie den Stift zu und klappt das Telefonbuch zu. Den Zettel knallt sie mir hin.

Svenja: "Das muß er einfach sein!"

Ich lese den Zettel:

Am Wiesengrund 54
12710 Berlin
Telef. 83384004


Svenja: "Je schneller wir die Sache hinter uns bringen, desto schneller sitzen wir im Flieger! Am besten, Du rufst diesen Clemens Richter sofort mal an!"

Ich schaue sie ungläubig an und nicke leicht. Obwohl ich eigentlich mit den Gedanken ganz woanders bin.










 


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